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Kategorie: Rad
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Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2011 17:17
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Geschrieben von tannwolf
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Transalp Füssen-Gardasee
Am Vorabend war eine kurze Besprechung und gegenseitige Vorstellung.
Auf was hast du dich hier eingelassen, Wolfgang, dachte ich mir, denn ich war mit Abstand der Älteste.
Aber ich hatte eine gute Gruppe und einen guten Giude erwischt. Sie mussten immer mal auf mich warten, wenn ich nicht so schnell konnte oder wollte, aber es gab nie misstönenede Worte.
Danke an Alle, es war schön mit euch.
Das angesagte Rad hatte ich auch nicht, Hardtail übersetzt ins Deutsche klingt zwar sexy, aber die Meisten hatten ein Fully.
Tag 1 Füssen - Imst
74 km / Fahrzeit 5:18 Stunden / Summe der Anstiege 1275 Meter
12°C Dauerregen, mal mehr, mal weniger stark.
Nach diesem Foto ging es in 2 Gruppen an den Schlössern vorbei. Die mittel/schwere Tour kletterte weiter. Wir, die leichte bis mittelschwere Tour kletterten auch, aber nicht so hoch. Es ging vorbei am Alpsee über die Grenze nach Österreich.
Die 15% am Alpsee waren sozusagen der Einstiegshügel. Wir ahnten was noch kommt. Den Dauerregen nahmen wir nicht mehr so ernst. Auch daran kann mann sich gewöhnen. Meine 2-Tage-Rennsteigradwanderung war auch diesbezüglich ein gutes Training.
Ein schöner Panoramaweg führte uns im Auf und Ab über Reutte nach Ehrwald. Von der Zugspitze war nur der Zug (die Seilbahn), nicht aber die Spitze zu sehen. Die lag tief verschneit in den Wolken. Auf dem Römerweg (Via Claudia Augusta) ging es über Biberwier auf sumpfigen Wiesen, Trails und Schotterwegen zum Fernpass und anschließend auf der Straße in toller Abfahrt nach Nassereith und weiter wieder im Auf und Ab einen schönen Trail nach Imst.
Für die Sauna im Hotel hatte ich keine Körner mehr übrig. Erholung war angesagt, denn am nächsten Tag ging es weiter.
Tag 2 Imst - Nauders
77 km, 5:04 Stunden Zeit in Fahrt, 1400 Höhenmeter
10°C Regenschauer, Temperatur ansteigend auf 20 Grad im Laufe des Tages
Der Tag begann mit einigen ruhigen Kilometern auf dem Inntalradweg bis Schönwies. Mal Sonne, mal Regen - so konnte man es "einrollen" lassen. Einen langen steilen Kreuzweg, auf dem das große Ritzel gefragt war, ging es anschließend hinauf nach Kronberg. Nachdem der erste lief und ich merkte, dass ich auch nicht schneller war wechselte auch ich die Fortbewegungsart lies die Bilder vom Leiden Jesu auf mich wirken. Weiter ging es im inzwischen gewohnten ständigen bergauf, bergab am Hang an Zams und Landeck vorbei nach Fließ, dann im Tal zunächst nach Prutz. Die Mittagessenwünsche pegelten sich jetzt und in den kommenden Tagen auf Spaghetti Bolognese ein. Der Inntalradwegführte uns weiter über Pfunds zur Katejansbrücke. In ennger Schlucht von Felsen umgeben ging es über den doch nicht sehr hohen Finstermünzpass nach Martina. Einige Meter fuhren wir in der Schweiz, um dann über die Norberthöhe nach Nauders zu fahren. Ich habe mich mit den etwa 300 Höhenmetern auf der Straße bei 10 bis 15% begnügt während die meisten einen Schotterweg mit 500 Höhenmetern Anstieg wählten, so zu sagen Altersrabatt.
Tag 3 Nauders - Meran
94 km, 4:34 Stunden Zeit in Fahrt, 826 Höhenmeter
Start in Nauders bei 8 Grad, in der Nacht hatte es weiter oben geschneit, nach dem Reschenpass und einem Trail 4oo Meter aufwärts ging es hinab ins sonnige Südtirol, wo es 28 Grad warm war. Vom Radweg der Via Claudia Augusta hatten wir schöne Blicke die höchsten Blicke Südtirols Ortler und Königsspitze hinauf. Wer sich für die schwerere Etappe entschieden hatte bewegte sein Bike fahrend und tragend dort oben. Wir erfreuten uns am schönen Tal und besonders dem kleinen Ort Glurns mit vollständig erhaltener Stadtmauer.
Immer weiter "tendenziell bergab" ging es über Laas und Naturns nach Meran, zuvor mit einem schönen Blick auf diese Stadt.
Tag 4 Meran - Tramin
60,5 km, 3:43 Stunden Zeit in Fahrt, 706 Höhenmeter, sonnig 26 Grad
Durch Apfelplantagen und Weingärten fuhren wir über Tscherms, Lana, Andrian nach Girlan. Schöne Trails führten uns hinauf nach Montiggl mit seinen herrlichen Seen, die eine Bademöglichkeit nach den Höhenmetern des Tages boten.
Vor 15 Jahren war das noch ein "Geheimtipp", aber jetzt sieht das ganz anders aus.
Durch die Weinberge vorbei am Kalterer See kamen wir schnell nach Tramin, unserem Tagesziel.
Tag 5 Tramin - Molveno
49 km, 3:52 Stunden Zeit in Fahrt, 1260 Höhenmeter, sonnig 25 Grad
Nicht an der Etsch, sondern im leicht-welligen Straßen vorbei an Ronchi fuhren wir nach Kurtatsch, dann aber im Etschtal nach Mezzolocorona. Das war der relativ gemütliche Teil. Nun ging es bergauf zur Brentagruppe nach Andalo und Molveno. Steile Passagen bis etwa 30% sorgten zumindest bei mir für so manche Schiebestrecke, bergauf weil ich nicht konnte, bergab weil ich das Risiko scheute und nicht wollte. Aber wir wurden immer wieder durch die fantastische Landschaft entschädigt.
Tag 6 Molveno - Riva
60 km, 3:20 Stunden Zeit in Fahrt, 450 Höhenmeter, sonnig, 32 Grad
Ein wenig berghoch musste schon noch sein, bevor es hinab zum Gardasee ging. Ein letzter Blick zurück zum Molvenosee:
Schöne Blicke zu Bergen und Tälern:
Dann konnten wir unser Ziel am Horizont schon sehen, auf dem Foto nur zu ahnen.
Nach etwa 400 Kilometern, etwa 6000 Meter Summe der Steigungen und fast 23 Stunden reine Fahrzeit in 6 Tagen waren wir am Ziel und gratulierten uns gegenseitig zu unseren Leistungen.
Nun konnten wir uns auch mit dem obligatirischen Eisbecher und einem kurzen Bad im Gardasee verwöhnen.